Ein dickes Märchenbuch
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Aussehen
Ein in Leder eingebundenes Maerchenbuch. Vorne drauf steht in grossen Lettern: Dornroeschen.
Informationen
| ⓘKann von einem Seher oder Alchemisten bestimmt werden, wenn keines gesetzt ist, wird Unbekannt angegeben. Nur der Alchemist kann bestimmen, welches Metall auch Gold, Silber, Quecksilber, Kupfer, Eisen, Zinn und Blei beinhaltet.Material: | Papier |
| ⓘKann von jedem bestimmt werden, eine genaue Anleitung (auch für Seher) nter Forschen im Inhaltsverzeichnis unter Gewicht. Generell gilt zu beachten, es gibt Gegenstände die stapeln, das Gewicht (damit Volumenverbrauch) bei stapelbaren Gegenständen verhält sich anders, je nach Menge.Gewicht: |
1 (sehr leicht) |
| ⓘKann von jedem bestimmt werden, eine genaue Anleitung unter Forschen im Inhaltsverzeichnis unter Licht.Licht: | 0 (leuchtet nicht) |
| ⓘKann von einem Alchemisten bestimmt werden, allerdings leitet sich die Brennbarkeit oft von dem gesetzten Material ab, z.b. Holz brennt, Textil brennt, Bein brennt nicht.Brennbar: | ja |
| ⓘKann von einem Alchemisten bestimmt werden, allerdings leitet sich die Schwimmbarkeit oft von dem gesetzten Material ab, z.b. Holz schwimmt, Textil schwimmt nicht, Bein schwimmt nicht.Schwimmt: | ja |
Fundort
Im Regal der Freihandbibliothek auf dem Campusgelände der Universität Stuttgart.
Inhalt
Das Märchen von Dornröschen.
Faksimile
Dornroeschen Vorzeiten war ein Koenig und eine Koenigin, die sprachen jeden Tag: "Ach, wenn wir doch ein Kind haetten!", und kriegten immer keins. Da trug sich zu, als die Koenigin einmal im Bade sass, dass ein Frosch aus dem Wasser ans Land kroch und zu ihr sprach: "Dein Wunsch wird erfuellt werden, ehe ein Jahr vergeht, wirst du eine Tochter zur Welt bringen." Was der Frosch gesagt hatte, das geschah, und die Koenigin gebar ein Maedchen, das war so schoen, dass der Koenig vor Freude sich nicht zu lassen wusste und ein grosses Fest anstellte. Er ladete nicht bloss seine Verwandte, Freunde und Bekannte, sondern auch die weisen Frauen dazu ein, damit sie dem Kind hold und gewogen waeren. Es waren ihrer dreizehn in seinem Reiche, weil er aber nur zwoelf goldene Teller hatte, von welchen sie essen sollten, so musste eine von ihnen daheim bleiben. Das Fest ward mit aller Pracht gefeiert, und als es zu Ende war, beschenkten die weisen Frauen das Kind mit ihren Wundergaben: die eine mit Tugend, die andere mit Schoenheit, die dritte mit Reichtum, und so mit allem, was auf der Welt zu wuenschen ist. Als elfe ihre Sprueche eben getan hatten, trat ploetzlich die dreizehnte herein. Sie wollte sich dafuer raechen, dass sie nicht eingeladen war, und ohne jemand zu gruessen oder nur anzusehen, rief sie mit lauter Stimme: "Die Koenigstochter soll sich in ihrem fuenfzehnten Jahr an einer Spindel stechen und tot hinfallen." Und ohne ein Wort weiter zu sprechen, kehrte sie sich um und verliess den Saal. Alle waren erschrocken, da trat die zwoelfte hervor, die ihren Wunsch noch uebrig hatte, und weil sie den boesen Spruch nicht aufheben, sondern nur ihn mildern konnte, so sagte sie: "Es soll aber kein Tod sein, sondern ein hundertjaehriger tiefer Schlaf, in welchen die Koenigstochter faellt." Der Koenig, der sein liebes Kind vor dem Unglueck gern bewahren wollte, liess den Befehl ausgehen, dass alle Spindeln im ganzen Koenigreiche sollten verbrannt werden. An dem Maedchen aber wurden die Gaben der weisen Frauen saemtlich erfuellt, denn es war so schoen, sittsam, freundlich und verstaendig, dass es jedermann, der es ansah, liebhaben musste. Es geschah, dass an dem Tage, wo es gerade fuenfzehn Jahr alt ward, der Koenig und die Koenigin nicht zu Haus waren und das Maedchen ganz allein im Schloss zurueckblieb. Da ging es allerorten herum, besah Stuben und Kammern, wie es Lust hatte, und kam endlich auch an einen alten Turm. Es stieg die enge Wendeltreppe hinauf und gelangte zu einer kleinen Tuere. In dem Schloss steckte ein verrosteter Schluessel, und als es umdrehte, sprang die Tuere auf, und sass da in einem kleinen Stuebchen eine alte Frau mit einer Spindel und spann emsig ihren Flachs. "Guten Tag, du altes Muetterchen", sprach die Koenigstochter, "was machst du da?" "Ich spinne", sagte die Alte und nickte mit dem Kopf. -,"Was ist das fuer ein Ding, das so lustig herumspringt?" sprach das Maedchen, nahm die Spindel und wollte auch spinnen. Kaum hatte sie aber die Spindel angeruehrt, so ging der Zauberspruch in Erfuellung, und sie stach sich damit in den Finger. In dem Augenblick aber, wo sie den Stich empfand, fiel sie auf das Bett nieder, das da stand, und lag in einem tiefen Schlaf. Und dieser Schlaf verbreitete sich ueber das ganze Schloss: der Koenig und die Koenigin, die eben heimgekommen waren und in den Saal getreten waren, fingen an einzuschlafen, und der ganze Hofstaat mit ihnen. Da schliefen auch die Pferde im Stall, die Hunde im Hofe, die Tauben auf dem Dache, die Fliegen an der Wand, ja, das Feuer, das auf dem Herd flackerte, ward still und schlief ein, und der Braten hoerte auf zu brutzeln, und der Koch, der den Kuechenjungen, weil er etwas versehen hatte, in den Haaren ziehen wollte, liess ihn los und schlief. Und der Wind legte sich, und auf den Baeumen vor dem Schloss regte sich kein Blaettchen mehr. Rings um das Schloss aber begann eine Dornenhecke zu wachsen, die jedes Jahr hoeher ward und endlich das ganze Schloss umzog und darueber hinaus wuchs, dass gar nichts mehr davon zu sehen war, selbst nicht die Fahne auf dem Dach. Es ging aber die Sage in dem Land von dem schoenen schlafenden Dornroeschen, denn so ward die Koenigstochter genannt, also dass von Zeit zu Zeit Koenigssoehne kamen und durch die Hecke in das Schloss dringen wollten. Es war ihnen aber nicht moeglich, denn die Dornen, als haetten sie Haende, hielten fest zusammen, und die Juenglinge blieben darin haengen, konnten sich nicht wieder losmachen und starben eines jaemmerlichen Todes. Nach langen, langen Jahren kam wieder einmal ein Koenigssohn in das Land und hoerte, wie ein alter Mann von der Dornenhecke erzaehlte, es sollte ein Schloss dahinter stehen, in welchem eine wunderschoene Koenigstochter, Dornroeschen genannt, schon seit hundert Jahren schliefe, und mit ihr schliefe der Koenig und die Koenigin und der ganze Hofstaat. Er wusste auch von seinem Grossvater, dass schon viele Koenigssoehne gekommen waeren und versucht haetten, durch die Dornenhecke zu dringen, aber sie waeren darin haengengeblieben und eines traurigen Todes gestorben. Da sprach der Juengling: "Ich fuerchte mich nicht, ich will hinaus und das schoene Dornroeschen sehen. " Der gute Alte mochte ihm abraten, wie er wollte, er hoerte nicht auf seine Worte. Nun waren aber gerade die hundert Jahre verflossen, und der Tag war gekommen, wo Dornroeschen wieder erwachen sollte. Als der Koenigssohn sich der Dornenhecke naeherte, waren es lauter grosse schoene Blumen, die taten sich von selbst auseinander und liessen ihn unbeschaedigt hindurch, und hinter ihm taten sie sich wieder als eine Hecke zusammen. Im Schlosshof sah er die Pferde und scheckigen Jagdhunde liegen und schlafen, auf dem Dache sassen die Tauben und hatten das Koepfchen unter den Fluegel gesteckt. Und als er ins Haus kam, schliefen die Fliegen an der Wand, der Koch in der Kueche hielt noch die Hand, als wollte er den jungen anpacken, und die Magd sass vor dem schwarzen Huhn, das sollte gerupft werden. Da ging er weiter und sah im Saale den ganzen Hofstaat liegen und schlafen, und oben bei dem Throne lag der Koenig und die Koenigin. Da ging er noch weiter, und alles war so still, dass einer seinen Atem hoeren konnte, und endlich kam er zu dem Turm und oeffnete die Tuere zu der kleinen Stube, in welcher Dornroeschen schlief. Da lag es und war so schoen, dass er die Augen nicht abwenden konnte, und er bueckte sich und gab ihm einen Kuss. Wie er es mit dem Kuss beruehrt hatte, schlug Dornroeschen die Augen auf, erwachte und blickte ihn ganz freundlich an. Da gingen sie zusammen herab, und der Koenig erwachte und die Koenigin und der ganze Hofstaat und sahen einander mit grossen Augen an. Und die Pferde im Hof standen auf und ruettelten sich; die Jagdhunde sprangen und wedelten; die Tauben auf dem Dache zogen das Koepfchen unterm Fluegel hervor, sahen umher und flogen ins Feld; die Fliegen an den Waenden krochen weiter; das Feuer in der Kueche erhob sich, flackerte und kochte das Essen; der Braten fing wieder an zu brutzeln; und der Koch gab dem jungen eine Ohrfeige, dass er schrie; und die Magd rupfte das Huhn fertig. Und da wurde die Hochzeit des Koenigssohns mit dem Dornroeschen in aller Pracht gefeiert, und sie lebten vergnuegt bis an ihr Ende.