Ein Märchenbuch
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Aussehen
Ein dickes Buch in weissem Leder mit Goldpraegung: < Die schoensten Maerchen Magyras > Herausgegeben von Meriadoc vom Goldwasser, Krickloch, Goldwassermark, im Jahre 30. Mit Maerchen von Caradhras, Wrzmga, Maxx, Apollo und anderen. Auf dem Buchdeckel ist ein wunderschoenes Bild.
Informationen
| ⓘKann von einem Seher oder Alchemisten bestimmt werden, wenn keines gesetzt ist, wird Unbekannt angegeben. Nur der Alchemist kann bestimmen, welches Metall auch Gold, Silber, Quecksilber, Kupfer, Eisen, Zinn und Blei beinhaltet.Material: | Papier |
| ⓘKann von jedem bestimmt werden, eine genaue Anleitung (auch für Seher) nter Forschen im Inhaltsverzeichnis unter Gewicht. Generell gilt zu beachten, es gibt Gegenstände die stapeln, das Gewicht (damit Volumenverbrauch) bei stapelbaren Gegenständen verhält sich anders, je nach Menge.Gewicht: |
2 (leicht) |
| ⓘKann von jedem bestimmt werden, eine genaue Anleitung unter Forschen im Inhaltsverzeichnis unter Licht.Licht: | 0 (leuchtet nicht) |
| ⓘKann von einem Alchemisten bestimmt werden, allerdings leitet sich die Brennbarkeit oft von dem gesetzten Material ab, z.b. Holz brennt, Textil brennt, Bein brennt nicht.Brennbar: | ja |
| ⓘKann von einem Alchemisten bestimmt werden, allerdings leitet sich die Schwimmbarkeit oft von dem gesetzten Material ab, z.b. Holz schwimmt, Textil schwimmt nicht, Bein schwimmt nicht.Schwimmt: | ja |
Fundort
Im Erdgeschoss in Lyrs Turm vom Elfenhaven.
Inhalt
Die schönsten Märchen Magyras.
Faksimile
D I E
S C H O E N S T E N
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-=_ M A E R C H E N _=-
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M A G Y R A S
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_ ( ) ( ) _
( ) X X ( )
\ X / \ / \ X /
\ / \ / \ / \ / \ /
X X \ / X X
(_) (_) X (_) (_)
(_)
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I N H A L T S V E R Z E I C H N I S
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Thomas, der Toaster Seite 3
Sal-Peter und seine Toechter Seite 8
Peri Bambini Seite 21
und die Jungfer Susi
Die Gottwerdung von Caradhras Seite 43
Fussgaengers Traum Seite 45
Das Maerchenland Seite 48
Eine bloede Geschichte Seite 49
Die Geschichte von
Thomas dem Toaster
von Wzmrga
(fuer Katrin, die nie erfahren wird, dass diese Geschichte hier steht,
geschweige denn sie auch nur ein einziges Mal in ihrem Leben nochmal hoeren
wird...)
Vor langer langer Zeit, als die Welt noch wilder und die Waelder noch weiter
waren, und alles noch nicht so reglementiert, da waren auch die Toaster noch
nicht domestiziert und lebten ein freies wildes gluecklich Leben irgendwo in
den besagten Waeldern und toasteten froehlich vor sich hin, wenn ihnen es
denn gelang, einen Toast auch einzufangen. (Denn Toaste sind nicht leicht zu
kriegen, vor allem keine schoenen grossen. Manchmal kann man sie mit
Erdnussbutter oder Honig locken, aber das funktioniert keineswegs mit
allen...) Jedenfalls gab es unter diesen Toastern einen, der hiess Thomas.
Er war eigentlich ein ganz normaler Toaster wie alle andern auch, bis...
...ja, bis eines Tages kein Toast mehr zu finden war.
Erst jetzt fiel es den Toastern auf, dass sie eigentlich schon lange kein
wirklich grosses Toastrudel mehr gesehen hatten. Und das schlimme war, dass
auch nach einiger Zeit kein Toast mehr auftauchte.
Schwarzbrotscheiben schlichen zwar noch nachts durchs Unterholz,
die Semmelknoedel nisteten in den Baeumen wie eh und je, aber...
kein Toast. So konnte das nicht weitergehen. Etwas musste geschehen.
Was geschah, war dass eben jener besagte Toaster des Namens Thomas beschloss,
den Toast suchen zu gehen. Von den guten Wuenschen seines Volkes begleitet,
ausgeruestet mit den letzten Croutons, machte er sich auf den Weg und fragte
einen jeden, den er traf, nach dem Verbleib der Toaste...
--- Ende des ersten Teils ---
(Und uebrigens: Diese Geschichte entstand nicht beim Fruehstueck, und nicht
unter Einwirkung irgendwelcher wie auch immer gearteter Rauschmittel ;-)
\\/.
...machte sich Thomas der Toaster also auf den Weg.
Er ging lang und weit durch die Waelder, zunaechst durch Waldesteile, die
er kannte, bald aber wusste er immer weniger, wo
er war, und war voellig auf sich allein gestellt in der
Fremde, nur mit einer ungefaehren Vorstellung, wo es zurueck nach Hause
zu den anderen Toastern gehen konnte.
Immer wieder traf er einige Wesen des Waldes, Stachelbaeren,
Rasierapparate, Elstern, Dachse, von denen das eine oder andere sich
in der Tat entsinnen konnte, hier durchziehende Toasts gesehen zu haben,
so dass er auch einigermassen sicher sein konnte, noch die richtige Richtung zu
haben.
Als er nun so eines Tages sich durch das Unterholz vorkaempfte (denn wild und
unwegsam waren die Waelder jener Zeiten noch), da verspuerte er ploetzlich
einen Geruch.
Nein, nicht was ihr denkt: einen unangenehmen Geruch nahm er wahr, nahezu
einen Gestank, wie er ihm noch nie zuvor begegnet war. Was mochte das
sein, so fragte er sich. Und so fragte er auch einen kleinen Kasten mit vielen
herausragenden Draehten, den er einige Minuten spaeter auf dem Boden
kauernd antraf.
"Oh, aeh, hm, das _i_s_t_ mir aber peinlich", meinte der Kasten. "Und, oehm,
passen sie auf..." Und wieder stank es gar fuerchterbar.
"Was soll denn das", entfuhr es Thomas, um Atem ringend.
"Ja, nun, wissen Sie, das haben wir nun mal so an uns,
wir Gleichrichter...Guenther uebrigens mein Name, Guenther der Gleichrichter."
Ahaaah, damit war alles klar. Thomas hatte schon viele Legenden gehoert von
einem Wesen, das da tief im Walde leben sollte und angeblich
"Gleich-riecht-er" hiess. Das also war es, wovon die Legenden berichteten!
Interessiert setzte auch er sich und begann eine ausfuehrlichere Unter-
haltung mit Guenther dem Gleichrichter, die gelegentliche Belaestigung
seines Geruchssinnes ignorierend.....
--- Ende des zweiten Teils ---
Sal-Peter und seine Toechter
von Maxx
Vor vielen, vielen Halbwertszeiten und einigen Dipol-Momenten hatten
Sal-Peters Eltern eine einsame Farm im Asteriodenguertel, auf dem
Planeten Cer, und zuechteten Radikale. Fruchtbare Magnetfelder erstreckten
sich um das Anwesen, und ergiebige Elektronenquellen sprudelten ueber die
seltenen Erden. Aus den schnurgeraden Elektronenbahnen sprossen Jahr
fuer Jahr die praechtigsten Radikale und waren so reaktiv, dass jeder
seine reine Freude daran hatte. Die wertvollen und empfindlichen
Radikale wurden durch ein Fixierbad geschuetzt und sorgsam auf
Puffern gelagert.
Sal-Peter war noch im Kristallwachstum, als ein besonders
grausames Radikalfaenger-Paerchen, Cystein und Melanine, die Farm
ueberfiel. Sie neutralisierten die elektronische Abschirmung,
ueberwanden die Doppelschicht, zerbrachen die gusseisernen
Muffen und Klammern an allen Einschlussverbindungen und
transportierten die Radikale in spin-Fallen ab. Ein zu Hilfe
gerufener Ionenstrom kam zu spaet, die Radikalfaenger hatten
die Nachweisgrenze bereits ueberschritten, Sal-Peters
Eltern, das Kalium-Kation und das Nitrat-Anion, konnten nicht
mehr gerettet werden - eine Redoxreaktion hatte ihre Ladungen
neutralisiert. Sal-Peter lag im Wasserbad und war schon teilweise
geloest. Doch seine jugendlichen Bindungskraefte widerstanden
noch. Er wurde von Spezialisten vorsichtig umkirstallisiert
und verbrachte einige Tage in der Trockenzelle, so dass sein
Kristallgitter gerettet wurde.
Die Ionen aus der Lanthaniden-Familie nahmen ihn wie ein
Zwitter-Ion auf. Er wuchs bei ihnen auf, obwohl sie ihm die
Mutterlauge nicht ersetzen konnten. Als Sal-Peter groesser und
aelter wurde und zum wunderschoenen Einkristall mit glaenzenden
Kristallflaechen heranwuchs, erzaehlten sie ihm, was geschehen
war, als er noch ein Kristallkeim war. Da schwor er den Radikal-
faengern Rache, band sie im Geiste an die Voltasche Saeule oder
steckte sie ins Gluehroehrchen.
Doch als sie eines Tages an der Erde vorbeikamen, wollte er,
neugierig wie immer, eigentlich nur einen Abstecher machen, und
fand dabei seine kuenftige Frau, Dex-Trine. Sie war so suess
anzuschauen, dass er blieb, und nicht viel spaeter gingen sie eine
Elektronenpaarbindung ein. Besonders morgens war er ganz verliebt
wenn sie neben ihm lag und die ersten Strahlen der Morgensonne
keck polarisierte. Sie bekamen sieben Kinder:
Elektro-Liese, Hydro-Liese, Pyro-Liese, Dia-Liese, Ana-Liese,
Glyko-Liese und Solvo-Liese. Lange Zeit lebten sie gluecklich und
in Frieden. Doch Sal-Peter lehrte seine Toechter alles ueber die
Radikalfaenger und deren Schwaechen. Jede seiner Toechter hatte
eine besondere Kraft: Elektro-Liese besass die elektromotorische
Kraft, Hydro-Liese hatte Macht ueber die Haerte des Wassers;
Pyro-Liese befahl den Oxidationsmitteln; Dia-Liese besass die
Kraft des Ionenaustausches; Glyko-Liese baute die Staerke des
Gegners ab; Ana-Liese konnte mit dem Faellungsmittel jedes
noch so grosse Ion niederschlagen, und Solvo-Liese bewirkte
die voellige Aufloesung.
Als seine Toechter alt genug waren, bildeten sie eine Crack-
Kolonne und brachen auf, um Rache zu nehmen. Die Fruehlings-
sonne tauchte die Landschaft in Cassiusschen Goldpurpur, und
der Himmel strahlte in seinem schoensten Berliner-Blau, als
sie durch chrom-gruene Wiesen wanderten, in denen schon die
ersten Schwefelblumen und infrarote Saccha-Rosen bluehten.
Tur-Bienen summten, Dreiwege-Haehne kraehten, Kuecken waren
gerade aus dem Normschliff geschluepft, hier und da huschte
eine Gasmaus durch das Gras.
Sie hatten Bologneser Traenen in den Augen, als sie den Ionen-
kanal betraten, der sie unbemerkt zur Schattenseite des
Merkur brachte. Dort bewohnten die Radikalfaenger das
Orbi-Tal, doch bis dahin war es noch weit. Auf gefrorenem
Eisessig ueberquerten sie den Diffusionsstrom trockenen
Fusses. eine Halbwertszeit spaeter erreichten sie das
Poly-Meer und setzten in Waegeschiffchen ueber. Immer
wieder tauchten Trockeneisberge im Ammoniumchlorid-Nebel
auf, doch dank ihrer Ionenbeweglichkeit wichen sie immer
rechtzeitig aus.
Sie atmeten auf, als die Kueste im Nebel erschien, blieben jedoch im
Mega-Watt stecken und wateten stundenlang durch Anodenschlamm, aus
dem Schwefelwasserstoff-Blasen aufstiegen. Erleichtert atmeten sie
auf, als sie festen Arsen-Kies unter den Kontaktschuhen spuerten, doch
mieden sie jede direkte Beruehrung mit dem giftigen Boden. Am naechsten
Tag ueberquerten sie eine heisse, trockene Knotenflaeche, die in
ultraviolettes Licht getaucht war; verdorrte Quadratwurzeln ragten hier
und da aus dem Boden, und nur die mitgebrachten Liebigkuehler brachten
etwas Linderung und verhinderten, dass sie in den Siedeverzug kamen.
Ihre Enttaeuschung war gross, als der erste See, den sie erreichten,
nur Bromwasser enthielt. Doch sie wussten Rat: Einige Tropfen
Flussmittel liessen zu ihren Fuessen eine Elektronenquelle sprudeln,
aus der entionisiertes Wasser hervortrat und aus der sie tranken, bis
sie gesaettigt waren. Dann ging es hinab in das Ace-Tal.
Etherische Oele machten das Atmen beschwerlich, und ihre
Wanderungsgeschwindigkeit nahm ab. Da gab Sal-Peter allen einen kleinen
Schluck Laufmittel, und sie gelangten schnell und ohne Pause bis zur
Erfassungsgrenze, die hinter dem Tal verlief. nun wussten sie, dass
der Wechsel-Strom nahe war. Wenige Amperestunden spaeter sahen sie die
ersten Tang-Enten auf dem oszillierenden Strom. Darunter verbargen sich
die heimtueckischen wirbelnden Magnetfische, die alles aufloesten, was
in den Fluss eintauchte. Und wieder wussten sie Rat: Aus dem am
Ufer liegenden Schwefelkies bauten sie in aller Eile eine Disulfid-
Bruecke, auf der die sicher zum anderen Ufer gelangten. Jetzt galt
es, der Fehlerquelle aus dem Weg zu gehen. Sie hatte die
Eigenschaft, jene, die aus ihr tranken, alles falsch machen zu
lassen. Sal-Peter und seine Toechter aber hatten aus der letzten Quelle
genug Kristallwasser in Woulfeschen Flaschen mitgenommen und mieden
die Fehlerquelle. So legten sie auch die letzten Photo-Meter zu
ihrem Ziel zurueck.
Dann sahen sie in der Ferne die unueberwindlichen Potentialwaende
der Radikalfaenger-Stadt, dunkle Elektronenwolken bedeckten den
bleigrauen Himmel. Sie sandten eine Boten-RNS aus, um ihre
Forderungen zu ueberbringen: Auslieferung von Melanine und Cystein,
Entschaedigung fuer den Ueberfall. Eine Iod-Uhr zeigte die Frist
an, die sie den Radikalfaengern gaben. Bis dahin verbargen sie
sich in den zahllosen Zentri-Fugen und Mischungs-Luecken. Doch
die Boten-RNS brachte bald die Antwort: Ergebt euch, dann koennt
ihr in der Photozelle bei Kalkmilch und Atomkernen weiterleben.
Sonst erwartet euch der Waermetod!
Darauf hatten sie nur gewartet: Solvo-Liese und Dia-Liese hatten
sich bereits in die Stadt eingeschlichen, verborgen zwischen den
Wellenpakteten auf einem hochbepackten Analyse-Wagen. Sie sollten
von innen das Reak-Tor oeffnen und den anderen einen Vakuum-Vorstoss
ermoeglichen. In der Dunkelheit nahmen sie all ihren Bis-Mut
zusammen. Mehrzaehnige Liganden bewachten das Tor und waren mit
p-Orbitalen bewaffnet, doch Elektro-Lieses elektromotorische
Kraft liess sie lautlos zerfallen, so dass das Zentralatom nichts
merkte. Mit Halb-Leitern und Waerme-Leitern ueberwanden sie die
Zellwaende rund um das aktive Zentrum der Radikalfaenger. Da
wurden sie entdeckt, und die galvanischen Batterien feuerten
aus allen Rohren. Doch nun war die Stunde fuer Pyro-Liese
gekommen, die den Oxidationsmitteln der galvanischen Batterien
die Kraefte entzog. Mit Niels-Bohr-Maschinen entfernten die
anderen bereits das Ionengitter von den Kuevettenfenstern der
semipermeablen Wand. In den Gaengen trafen sie auf die Leibwaechter,
Ionen der Ueberschweren Elemente, die ihre gigantischen
d-Orbitale schwangen. Doch Ana-Liese konnte die ueblen Gesellen
mit dem Faellungsmittel niederschlagen.
Ueberraschend kamen ihnen noch einige Isopren-Einheiten entgegen,
jede mit einem Helm-Holtz bewaffnet, die aber von Solvo-Liese
kurzerhand aufgeloest wurden.
So kaempften sie sich bis zum Festsaal vor und fanden dort die
Radikalfaenger aufgeregt und zum Letzten entschlossen. Doch
Glyko-Liese hatte bereits begonnen, ihre Staerke abzubauen, und
so sanken sie voellig unterzuckert zusammen. Hilflos wurden sie in
einem Faradayschen Kaefig von der Traeger-RNS abtransportiert. Als
die die Raeume durchsuchten, fanden sie in der Schatzkammer grosse
Siedeperlen, bunt schimmernde Boraxperlen, goldenen Kronen-Ether und
grosse Mengen kostbaren Koenigswassers.
Einen Zitronensaeure-Cyclus spaeter waren sie zurueck auf der Erde.
Dort wurden die Radikalfaenger dem Gleich-Richter vorgefuehrt.
Nach Einsatz kraeftiger Oxidationsmittel gestanden die meisten
ihre Lac-Taten, und niemand widerstand dem aetzenden Flussaeure-
Aufschluss. Cystein und Melanine wurden zur Zersetzung in der
Ton-Zelle verurteilt, bei den anderen erhoffte man sich eine
Veraenderung des Ionencharakters und tauschte das boesartige
Phos-Gen gegen das traege Kolla-Gen aus. Und alle anwesenden
Molekuele und Ionen waren erleichtert, die Radikalfaenger
entsorgt zu haben.
Sal-Peter und seine Toechter wurden von ihren Kons-Tanten und
Lewis-Basen vor lauter Wiedersehensfreude abgenutscht;
Dex-Trines Mega-Hertz machte vor Freude einen Quantensprung.
Beim anschliessenden Festbankett bogen sich die Kacheltische
unter den aufgetischten Koestlichkeiten: Aromatische Molekuele
waren zu Pyramiden aufgestapelt, knusprige Waegeschweinchen
kamen aus dem Muffelofen und glaenzten gold-braun; in
Schliffett gebratene Heizpilze dufteten verfuehrerisch, und aus
dem Bessemer-Kessel dampfte es. Das alles wurde mit dem
obligaten Anaero-Bier heruntergespuelt. Zum Dessert gab es
Lack-Mus, Re-Torten, Filterkuchen und Natriumhydroxid-Plaetzchen,
Rohkoestler fanden lediglich Glueh-Birnen und Thomas-Birnen.
Ueberall hingen Silberspiegel, und Spektrallampen beleuchteten
das bunte Treiben.
Sogar der Chromato-Graf war gekommen und schillerte
in allen Farben. Fuer die Stimmung sorgte die Actiniden-Gruppe,
die im Loga-Rhythmus rockte, jeder New-Ton und jeder Ace-Ton an
der richtigen Stelle. Wolfram der Weise und Osram der Erleuchtete
trugen Tri-Oden und An-Oden zum Lobe der Sieger vor. Danach
stroemten die Gaeste zur Milli-Bar, holten sich einen
Cuban Libre, einen Aspara-Gin oder ein edles koenigswasser.
Labor-Boys boten Blindproben aus Saugflaschen an, verteilten
Cosi-Nuesse und Schlauch-Oliven.
Nach diesem Fest lebten alle noch viele Lichtjahre, und erst
in hohem Alter erhielten ihre Kristallgitter einige
Fehlstellen.
Uff, geschafft. Ich hoffe euch hat's gefallen
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Die Geschichte von Peri Bambini
Teil 1
...oder wie alles anfing.
von Apollo
Peri Bambini war ein recht kleiner knuddeliger Drache. Im Gegensatz zu
seinem Cousin Grisu wollte er allerdings nicht Feuerwehrmann werden,
sondern er wollte ein richtig grosser boeser fieser Drache werden.
Deswegen ging er bei einem Drachenlehrmeister in die Lehre.
Er sucht sich den aeltesten, gemeinsten und hinterhaeltigsten Drachen aus,
der ueberhaupt noch zu finden war. (Es war auch einer der wenigen
ueberhaupt noch existierenden Drachen)
Dort ging er lange Jahre in die Lehre, aber zu seinem Kummer wuchs der
kleine Peri immer noch nicht. Er lernte fleissig, und der Drachenlehrmeister
war sehr zufrieden mit ihm. Peri war mit Sicherheit der gelehrigste Schueler,
den er je gehabt hatte. Peri bestand der Reihe nach alle Pruefungen die ihm
gestellt wurden.
Schliesslich stand er vor seinem haertesten Test. Er sollte aus einem nahe-
gelegenen Dorf eine Jungfer entfuehren, und seinem Herrn bringen. Dazu wurde
die kleine suesse Jungfer Susi auserkoren.
Er flog also los, ins nahegelegene Tal, wo das Dorf noch im tiefsten Schlaf
lag. Auf flammenden Feuerzungen landete er auf dem Dorfplatz. Er spaehte kurz
in bester Kommandomanier umher, und identifizierte sein Ziel. Dann sprintete
er auf die Tuer zu um sie einzurennen. Zu seinem Pech war diese Tuer aber
recht stabil gebaut, und er knockte sich selber aus.
Die Jungfer Susi erwachte aus ihrem jungfraeulichen Schlaf und dachte es
haette geklopft. Also oeffnete sie die Tuer und sah den kleinen knuddeligen
Drachen auf ihrer Schwelle liegen.
Sofort schloss sie ihn ins Herz und hob ihn auf.
Dann kuschelte sie sich mit ihm ins Bett und schlief gluecklich ueber den
neuen Spielkameraden ein. Als Peri spaeter in dieser Nacht aus seiner Ohnmacht
erwachte fand er sich so wohlig von Susi umschlungen wieder, dass er dachte:
Eigentlich ist es ja doch nicht so schlecht ein Knuddeldrache zu sein. !
Also wollte er keine boeser Drache mehr sein, sondern beschloss ein kleiner
lieber Knuddeldrache zu bleiben. Und so lebten sie denn gluecklich und
zufrieden, bis ich mir die naechste Geschichte ueberlege !!!
Und die Moral von der Geschicht: KNUDDLE KLEINE DRACHEN NICHT, DENN SPAETER
WIRST DU SIE NICHT WIEDER LOS !!
Also, waehrend die beiden die ganze Nacht ruhig durchschliefen,
wartete der Drachenmeister ungeduldig auf die Rueckkehr seines
Schuetzlings. Schliesslich erkannte er, das Peri wohl nicht
zurueckkehren wuerde und blickte in seinen Drachenkristall, um
zu erfahren wo er denn wohl sei.
Da sah er, dass Peri friedlich neben Susi im Bett lag und noch
schlief. Das gefiel ihm sehr wenig, einen so fleissigen Schueler
an eine dumme kleine Schnepfe, denn das war sie seiner Meinung
nach, zu verlieren.
Denn der Drache war schon alt und wollte nur noch einen wuerdigen,
genauso grausamen Nachfolger heranziehen ... Und da es nicht mehr
so viele Drachen gab, war seine letzte Chance Peri Bambini.
Also wurde er sehr wuetend, und ueberlegte was er Peri zur Strafe
wohl antuen koennte.
Und als Peri morgens von der kleinen suessen Susi zum Broetchen-
holen geschickt wurde, was etwas laenger dauerte, weil er dem
Baecker half seinen Ofen holzfrei zu heizen, in der Zeit schlich
sich der Drachenmeister klammheimlich, so klammheimlich wie ein
Drache das eben kann, zu der kleinen Susi und nahm sie mit in
seine Hoehle.
Dort band er sie an und ueberlegte sich, da er schon ein paar
Lags gefruehstueckt hatte die kleine Susi erst zum Mittagessen
zu verspeisen. Peri kam unterdessen vom Baecker wieder und fand
Susi nicht mehr vor. Er fand auch kein Anzeichen auf eine Ent-
fuehrung, bis auf den fast unmerklichen 30 cm tiefen Drachen-
klauenabdruck im Vorgarten der kleinen Susi.
Und von da ab wusste er genau, wo seine kleine Susi geblieben
war. Also wappnete er sich und fruehstueckte noch schnell die
Broetchen die er vorher geholt hatte. Dann flog der kleine Peri
mutig los, um sich seinem ehemaligen Meister zu stellen.
Er kam an die Hoehle, und setzte sich erstmal hin, um nachzudenken
wie er seinen Herrn besiegen sollte (genau wie der Erzaehler gerade).
Aber als Peri aus der Hoehle das Jammern und Flehen der kleinen
Susi hoerte, konnte er nicht mehr laenger warten, und betrat vor-
sichtig die Dunkelheit, und den typischen Drachenmief.
Er war erst ein paar Meter weit gekommen, als hinter ihm eine
Stimme ertoente: Sieh an...ich hab schon auf Dich gewartet! Peri
fuhr herum, und sah hinter sich seinen Drachenmeister, der sich in
bester Toons Manier unter einem Kieselstein versteckt hatte.
Drohend stand der grosse Drache vor ihm und grollte: Ich
wusste, dass Du kommen wuerdest um deine kleine Freundin zu
retten... Das war ein grosser Fehler!
Peri wich langsam immer weiter in die Hoehle zurueck, bis er ueber
den Schatz stolperte, den der Drachenmeister in vielen Jahren ange-
haeuft hatte. Da fiel Peri etwas ein. Er stellte sich hinter den
riesigen Schatzhaufen und drohte: Wenn du mich und meine kleine
Freundin nicht freilaesst, schmelze ich deinen Schatz ein!
Da zuckte der Meisterdrache furchtsam zurueck, denn sein Schatz war
seine einzige Lebensfreude. Diesen Moment der Unvorsichtigkeit
nutzte Peri aus und schnappte seine kleine Freundin. Mit ihr
stuermte er zwischen den Beinen des grossen Drachen hindurch und
schwang sich am Hoehlenausgang in die Luft.
Der grosse Drache war aber auch nicht dumm, denn jetzt konnte der
kleine Peri ja nicht mehr seinen Schatz einschmelzen. Also stuerzte
er sich hinter den beiden Fluechtlingen her.
Dabei flog er sehr hoch, um die beiden besser ausmachen zu koennen.
Das wiederum war ein grosser Fehler von ihm, denn die Luftauf-
klaerung des Landes hielt ihn fuer ein UFO und schoss ihn kurzer-
hand ab. (Wer glaubt auch heute schon noch an Drachen?)
Der kleine Peri und Susi kehrten zurueck in ihr Heim und schliefen
erstmal ein wenig in Ruhe und Frieden.
Und wenn sie nicht gestorben sind, dann kann ich morgen noch
ne Geschichte erzaehlen.
Die Moral von der Geschicht: DU SOLLST KEINE GEISTIGEN HOEHENFLUEGE
KRIEGEN, DENN SONST HAELT DICH JEDER FUER
EIN UFO: EIN UNBEKANNTES, FANTASIERENDES
OBJEKT !!
Wie wir letztesmal gehoert haben gelang es den beiden ja den
grossen boesen Oberdrachen zu besiegen. Danach lebten sie
gluecklich und zufrieden... fuer die naechsten zwei Tage.
Da wurde die kleine Susi wegen der grossen Anstrengung, und
weil sie soviel Angst hatte, sehr sehr krank, denn das Alp-
traummonster suchte sie jede Nacht heim. Sie lag nur noch im
Bett und weinte und ihr Fieber war so hoch, dass jedes Alche-
mistenthermometer hoehere Temperaturen anzeigte als in der
Wueste von Doerrland.
Die Alten und Weisen des Dorfes konnten ihr nicht helfen,
denn dagegen wussten sie kein Mittel....aber sie waren der
Meinung der Druide Abrafaxl der in der ganzen Welt bekannt
war muesste wohl ein Gegenmittel wissen.
Das einzige Problem war, dass auch niemand wusste, wo dieser
Druide zu finden sein koennte, aber Peri, der sich so
grooooosse Sorgen um die kleine Susi machte, flog trotzdem
los, um ihn zu suchen.
Und Peri flog ueber das weite Land, ueber Berge, Staedte,
Taeler, und was sonst noch so auf ner typischen Welt rumfliegt.
Nirgendwo konnte man ihm naeheres ueber den Aufenthaltsort
des Druiden sagen. Schliesslich kam er in ein fernes Land,
an einen Ort, der sich Qwertyumurharibi nannte.
Was in etwa soviel bedeutet, wie:
HierwohnendieLeutediewissenwoderDruideAbrafaxlwohnt.
Aber das wusste Peri natuerlich nicht.
Er war schon sehr muede und verzweifelt, denn er war sehr
lange unterwegs gewesen, und hatte die Hoffnung schon fast
aufgegeben.
Also landete er mit einem lauten *Plumps* mitten in der Stadt
und schleppte sich zum naechsten herumsitzenden aelteren
Herrn hin, der in seinem Schaukelstuhl auf einer Veranda
sass, und murmelte zaghaft: Koennt Ihr mir vielleicht sagen
wo ich den Druiden Abrafaxl finde?
Und der aeltere Herr sagte: Natuerlich kann ich das, kleiner
Knuddeldrache. Flieg einfach einen Tag gen Westen, einen Tag
gen Norden, dann wieder einen Tag nach Osten und schliesslich
und endlich einen Tag nach Sueden.
Das kam Peri zwar ziemlich unlogisch vor, denn rein theoretisch
gesehen haette er dann ja wieder am Startpunkt sein muessen,
aber er dachte: Eine bessere Chance habe ich sowieso nicht,
also versuche ich es doch einfach mal.
Er flog also, wie es ihm der alte Mann gesagt hatte, los und
vier Tage spaeter klatschte er vor der Veranda des Mannes
voellig fertig wieder in den Strassenstaub.
Der alte Mann hob ihn auf und legte ihn in ein Bett, gab ihm
dann ein wenig Lava und Teer, so dass Peri wieder zu sich kam.
Dann sagte er: So hast Du mich also gefunden, denn ich bin
der Druide Abrafaxl. Da ich jetzt gesehen habe, dass Du mir
blind vertraust, sage mir: Warum suchst du mich?
Da wurde dem kleinen Peri ganz warm ums Herz, denn er hatte
sein Ziel erreicht. Sofort fing er aufgeregt an, dem Druiden
von der Krankheit der kleinen Susi zu erzaehlen. Der Druide
hoerte ihm ruhig, aber ernst zu, und gruebelte dann ein wenig
nach.
Dabei stiegen ihm sogar blaue Qualmwolken aus den Ohren,
schliesslich kam er zu einer Entscheidung. Er sagte: Kleiner Peri,
ich bin alt und nicht mehr so fit, also habe ich eine Aufgabe fuer
dich. Sie ist schwer, aber unabdingbar, wenn du deine Freundin
retten willst.
Du musst zum Mond fliegen und dort die grosse alte Mammamia
finden, die Mutter aller Alptraeume. Du erkennst sie sehr leicht,
denn sie sieht aus wie eine Mischung zwischen deinem Gewissen und
deiner Schwiegermutter. Und wenn du sie gefunden hast, dann musst
du sie davon ueberzeugen, dass sie die kleine Susi in Ruhe laesst.
Also flatterte Peri wieder los, um Mammamia zu suchen. Er flog also
los und erreichte den Mond in Rekordzeit. Sogar schneller als Apollo
13, obwohl die ja fast gar nicht angekommen waeren. Er ueberflog die
Krater des Mondes, um nach Mammamia zu suchen.
Und dann sah er sie: Ein grauenhaftes Wesen, mit Lockenwicklern, und
einem nie stillstehenden Mundwerk, das ewig noergelnde Kommentare von
sich gab und von dem man sich auch vorstellen kann, dass es mal drei
Wochen ungefragt zu Besuch kommt!
Er blieb noch eine bisschen in der Luft und kreischte zu Mammamia
hinunter, dass sie die kleine Susi endlich in Ruhe lassen sollte.
Aber Mammamia konterte und warf ihm solche Sachen an den Kopf, wie:
Halt dich gerade, mach doch mal was aus dir, wann bekomm ich meinen
ersten Enkel zu sehen, und wann rufst du endlich deine Mutter mal
wieder an?
Schuldgefuehle kamen in Peri auf und er wusste sich erst nicht zu
helfen, und haette beinahe schon aufgegeben. Doch dann musste er
wieder an die kleine, suesse Susi denken, die daheim arm, krank und
geplagt im Bett lag und sich quaelte.
Also ueberlegte sich Peri, wie er wohl mit Mammamia fertig werden
koennte, bis ihm eine furchtbare Waffe einfiel, die helfen koennte.
Er sammelte also, was er brauchte, und begab sich wieder zu Mammamia
zurueck.
Als sie wieder anfing, ihn wuest zu beschimpfen, griff er hinter seinen
Ruecken und zauberte einen wunderschoenen Mondblumenstrauss hervor, den
er ihr zuwarf. Daraufhin war sie so baff erstaunt, dass sie fuer einen
Moment das Schimpfen vergass. Ihr hatte noch nie jemand Blumen geschenkt.
Dieser Moment reichte Peri aus. Er flog zu ihr hin und gab ihr einen
dicken Schmatz auf die haessliche Wange und setzte damit die schlimmste
Waffe ein, die man gegen Alptraeume benutzen kann:
Freundlichkeit und Liebe!
Der kleine Peri aber flog, nachdem er sich von der Kroete verabschiedet
hatte, eilends zu der kleinen Susi zurueck und bestand dabei noch viele
Abenteuer, die ich hier nicht erwaehnen will, wie zum Beispiel, als er
von der Bienenpolizei wegen Geschwindigkeitsuebertretung im Flugverkehr
in der Tempo 30-Zone des Pollensammlergebietes angehalten wurde...
Aber er schaffte es, heil wieder bei Susi anzukommen. Sie stand schon in
der Tuer und wartete auf ihn, um ihn ganz fest zu druecken.
Und das ganze Dorf feierte ein grosses Fest mit Paella und gab die nachher
verkrusteten Pfannen nach Villariba, denn die hatten schon das neue Fairy
Ultra (TM). Damit geht naemlich der Abwasch viel leichter, weil die Dorf-
bewohner nicht selber spuelen mussten.
Und kurze zeit spaeter heirateten Susi und Peri und lebten gluecklich und
vergnuegt in ihrem kleinen Haus, zumindest bis sie das naechste furchtbar
spannende Abenteuer zu bestehen hatten.
Aber das erzaehle ich euch ein andermal. Denn jetzt muesst ihr ins Bett
gehen und schlafen.
Ach ja eins noch:
Die Moral von der Geschicht: KUESSE KEINE FROESCHE NICHT, DENN ES KOENNTE
DEINE EIGENE SCHWIEGERMUTTER SEIN !!
Es waren einmal ein kleiner suesser Knuddeldrache namens Peri Bambini und
seine Freundin die Jungfer Susi.
Die sind wohl aus den Teilen 1-3 hinreichend bekannt.
Die beiden lebten gluecklich und zufrieden in ihrem kleinen
Dorf, bis eines Tages der kleine Peri ploetzlich von einem furchtbaren Heimweh
gepackt wurde,nach seiner Mami, seinem Papi und natuerlich
seinem Cousin Grisu der inzwischen bei der oertlichen
Feuerwehr als Schlauchmann angefangen hatte
Also sprach der kleine Peri mit Susi, ob sie ihn wohl ein
wenig entbehren koennte. Sie verneinte und sagte ihm, dass sie
gerne mitkommen wollte, um Peris Familie kennenzulernen.
Peri nahm Susi flugs auf den Ruecken und flog mit ihr los in
Richtung seines Heimatlandes.
Der kleine Peri kam urspruenglichaus einer Stadt namens Hmmmmmmm, was in
unserer Sprache soviel heisst wie: Hab mich lieb!
Die Stadt lag jenseits des Schmusequallenmeeres in einem
ueberdimensionalen Kuscheltier, das an einen Berg gelehnt
mitten in der Landschaft dasass.
Dorthin also wollten die beiden. Aber schon als sie das Meer
ueberquerten sah Peri in der Ferne eine Rauchwolke. Als sie
naeher kamen wurde ihm klar, das das ganze, riesige Kuscheltier
zur Seite gekippt und brennend neben dem Berg lag.
Peri legte noch einmal alle Kraft in seine Fluegelschlaege
und landete dann nach einem kleinen Sturzflug neben der
Stadt.
Dort fand er einige Einwohner der Stadt vor die ganz
verzweifelt waren und ihm berichteten, das die boesen
Eisbarbaren aus den Nordlanden dagewesen waren und alle
anderen mitgenommen haetten um sie in ihrem Museum
einzufrieren und auszustellen.
Und zwar in der Abteilung Abnormitaeten die das Leben erfand,
denn wer will schon knuddeln und kuscheln, sowas ist schliesslich pervers.
Natuerlich fasste Peri, der ja ein tapferer kleiner Kerl ist,
wie wir alle wissen, sofort den Plan die Gefangenen Kuschelaner zu befreien.
Und auch Susi liess es sich nicht nehmen, mitzukommen und Peri gegen die boesen Barbaren zu helfen ..
Also flogen die beiden wieder los, den Nordlanden entgegen. Es wurde sehr kalt,
und zwar so kalt das die Flamme in Peris Innerem fast erloschen waere.
Aber Susi bemerkte das gerade noch rechtzeitig und schmiegte sich an Peri an, um
ihn warmzuhalten. Und siehe da, Peri wurde so warm ums Herz, dass er die Kaelte
von aussen gar nicht mehr spuerte.
Schliesslich und endlich sichteten sie die Stadt (wenn man eine Ansammlung von
zugeschnittenen Eiskloetzen so nennen kann) der Barbaren und landeten in einiger
Entfernung hinter einer hohen Schneewehe.
Die Eisbarbaren waren immer noch damit beschaeftigt, ihren grossen Sieg gegen
die Kuschelaner zu feiern. Dazu zelebrierten sie ein wuestes Saufegelage und
eine Eisballschlacht.
Man verschleppte Peri also auch ins Eismuseum und fror ihn ein, waehrend
Susi jetzt ganz alleine draussen stand. Sie war ueber und ueber mit Schnee
bedeckt, fror wie ein Schneider und fuerchtete sich ganz entsetzlich so
allein in diesem schrecklichen Land.
Dafuer sah sie jetzt aus wie eine kleine Eisbarbarin.
Letztendlich kam sie zu dem Entschluss, das es sinnlos sei einfach so
herumzustehen, also schritt sie tapfer voran mitten in die
Stadt der Barbaren. Erst nahm niemand Notiz von ihr,
Aber dann geschah etwas Wunderbares. Die Barbaren waren ja wie gesagt alle
maennlich und hatten noch nie ein so entzueckendes kleines Wesen mit so
einem schoenen blaugefrorenen Teint gesehen.
Jeder Barbar der sie sah, verliebte sich sofort in sie, und darauf wurde ihm
so warm ums Herz, das er vor lauter Glueck gleich schmolz.
Als schliesslich auch der letzte Barbar geschmolzen war, ging auch das
umgebende Eis ueberall zurueck, da die Gegend nur wegen der Kaelte im
Herzen der Barbaren so tief gefroren gewesen war.
Peri und Susi beschlossen, sehr bald die erste Knuddeldrachen-Mensch-Hochzeit
zu halten und alle ihre neuen Freunde dazu einzuladen. Doch davon erzaehlt
die naechste Geschichte, irgendwann demnaechst.
Und die Moral von der Geschicht: Eisbarbaren sollte man
nicht abtauen, sonst findet man sich ploetzlich in Deutschland wieder !
Der naechste Teil folgt bestimmt bald ...
Apollo
D i e G o t t w e r d u n g
-von Caradhras-
Es war einmal vor langer langer Zeit. Es existierten noch nicht sehr
viele Menschen auf der Erde. Ein Mann und eine Frau lebten mitein-
ander schon lange Jahre. Er liebte sie in unendlichem Ausmasse, aber
sie wusste nicht, ob sie dieselben Gefuehle jemals fuer ihn aufbringen
koennen wuerde.
Eines Tages jedoch musste er auf eine laengere Reise gehen. Er sagte zu
ihr: " Weib, Du darfst alles tun, was Du fuer richtig haeltst, denn ich
liebe Dich und vertraue Dir."
Als er wieder zurueckkam, hatte sein Weib herausgefunden, dass sie ihn
nicht liebte und statt dessen sich einen anderen Mann genommen.
Und da er und sein ehemaliges Weib beide einen sehr guten Charakter
hatten, gab er ihr recht und sie war frei, Sie zog zu ihrem Liebhaber,
aber ihre Ende ist uns leider im Verborgenen geblieben. Hoffentlich
wurden sie gluecklich miteinander. Er aber, noch voller immerwaehrender
Liebe zu ihr, wusste, dass er nie wieder eine Frau finden wuerde, die
er so liebhaette. Also zog er sich als Eremit in die Wueste zurueck.
Dort aber lernte er noch viel mehr ueber die Liebe und das Leben, war
zwar immer noch todungluecklich, wurde aber zu einem der groessten
Weisen seiner Zeit.
Als Dank und als Erinnerung an seine Frau, die ihm so viel Freundschaft,
wenn auch nicht Liebe gab, erfand er, da er auch ein beruehmter Maerchen-
erzaehler wurde, eine Person ohne Gestalt, ein Ideal mit den Eigenschaften
seiner Frau. Da aber seine Liebe immer mehr zunahm, bekam diese Gestalt am
Ende alle positiven Eigenschaften, die es nur gab. und er verbreitete
seine Erfindung, die Botschaft von Guete, Verzeihen und Naechstenliebe
ueber die ganze Welt und viele Menschen richteten sich danach. Er nannte
diese Gestalt aber "der Gott", da es zu dieser Zeit mehr Maenner als
Frauen gab, wenn auch die Frauen mehr Macht im Hintergrund hatten. Aber
oft zaehlt der Schein mehr als die Wirklichkeit.
So verhalf diese Frau der Welt zu viel mehr Gerechtigkeit und Liebe -
wofuer wir ihr immer dankbar sein werden.
Und so starb der Mensch als Einsiedler, hatte aber viele Menschen, die
ihn verehrten und liebten und die auch er liebte. Die Liebe zu seinem
frueheren Weib aber wird niemals mehr von einem anderen Menschen erreicht
werden - denn sie umspannt jetzt die ganze Welt.
Und die Moral von dem Maerchen:
Freundschaft und vor allem Liebe sind die wichtigsten Dinge auf dieser
Welt, koennen aber auch gleichzeitig mit Leid und Traurigkeit bestehen.
Diese Gefuehle schliessen einander nicht aus.
ENDE
Fussgaengers Traum
von Monty
'Guten Morgen!' sagte Gisela.
'Morgen' brummelte ich zurueck. Was soll schon an einem Montagmorgen gut
sein? Seit der neuen Parkordnung der Stadt Ludwigsburg macht auch der Job
einfach keinen Spass mehr. Den ganzen Tag das schwere Gepaeck durch die
Innenstadt schleppen, das ist einfach kein Vergnuegen. Man bekommt einen
dicken Hals vom schleppen, und Parksuender gibt es fast keine mehr. Na,
wenn man einen erwischt, das ist nartuerlich ein Riesenspass. Aber Gisela
und ich, wir haben schon seit ueber einem Jahr keinen mehr gesehen.
'Schlechte Laune?'
'Hmmm'
'Heut kriegen wir einen, ich weiss es.' Ein gemeinse Grinsen huschte
ueber Giselas Gesicht. 'Ich hab das so im Urin!' Der Gedanke an einen
Falschparker begann nun auch mich zu erwaermen.
Eine halbe Stunde spaeter standen wir beide dann, schwerbeladen in der
Eberhardstrasse. Alle Autos fein saeuberlich am Strassenrand, die Parkuhr
mit den ueblichen 25DM fuer die Viertelstunde gefuettert. Schnaufend der
Weg ueber den Marktplatz auf die Wilhelmsstrasse. Wieder kein Glueck.
Beim Einbiegen in die Koernerstrasse konnten wir dann schon das
Stimmengemurmel hieren und die Menschenmenge sehen.
'Der muss wirklich bloed sein.' ... 'Ein nagelneuer Hossa' ... 'Wie kann
man sich heutzutage so saubloed auf den Gehweg stellen?' ... 'He, da hinten
kommen schon ein paar Politessen!'
Sofort wurde die Menge lauter, vereinzeltes Kichern: 'Jetzt gehts ab!'
'Ok, alles von dem Auto weg' rief ich in bester Laune.
'Parken mit Behinderung, auf dem Gehweg... Klare Sache. Sitzt noch jemand
drin?' Ich linste durch die Scheiben. Kopfschuetteln.
'An die Arbeit!' Inzwischen hatten sich die meisten Leute ein paar Meter
entfernt. Am Anfang hattes es Unfaelle mit Schaulustigen gegeben, aber seit
dem 'Gaffergesetz', das jedem Schaulustigen, der verletzt wird oder weitere
Unfaelle verursacht, die volle Schuld (und alle Kosten) aufhalst, sind die
kein Problem mehr. Wir hatten sie ordnungsgemaess gewarnt, jeder Unfall mit
einem Schaulustigen war jetzt nicht mehr unser Problem.
'Ein nagelneuer Hossa, natuerlich ein Waiblinger.' Grinsend kramte Gisela
eine gerichtete Sprengladung, Klasse 5 (senkrecht) aus ihrem Rucksack und
pappte sie unter den Motorblock, ich setzte meine unter den Batterieblock.
'Die Einspruchsfrist beginnt jetzt, ist der Fahrzeughalter anwesend?'
Anhaltendes Gekicher der Zuschauer. Ich drueckte die Stoppuhr. Zwei
Minuten spaeter hatte sich immer noch keiner gemeldet.
'Ende der Einspruchsfrist!' Frueher noch, mit der alten Computererfassung
der Falschparker, wurden gerade die Haelfte aller Strafzettel gezahlt,
jeder parkte wo er wollte, was sind schon 500.- fuers Falschparken? Heute
wird in Ludwigsburg ordentlich geparkt, dafuer sorgen schon Gisela und ich.
'Zuruecktreten bitte!' Gemeinsam betaetigten wir den Zuender, der einzige
Spass in unserem Job seit der neuen Ludwigsburger Parkordnung. Die beiden
Sprengladungen rissen riesige Loecher in den Hossa, senkrecht stiegen zwei
Feuersaeulen genau zweieinhalb Meter hoch. Ich war schon immer von
Pyrotechnik fasziniert und diese gerichteten Sprengladungen sind eine feine
Sache: Sie explodieren nur in eine Richtung.
Ich habe gehoert, in Stuttgart denke man auch schon ueber diese Parkordnung
nach. Dort haben sie jetzt hoellische Probleme mit Falschparkern. Fuer
heute ist Ludwigsburg wieder frei von ihnen.
Der Weg ins Maerchenland
Jedes Kind in Magyra kennt die Geschichte vom Maerchenland, jener
sagenhaften Insel im weiten Ozean, auf der sich Fuchs und Kobold,
Sandmaennchen und Schlurg "Gute Nacht" sagen, und bestimmt hat jedes schon
einmal davon getraeumt, auf diese Insel zu gelangen und dort das
Rotkaeppchen selbst zu treffen. Und viele schmieden heimlich Plaene, wie sie
ausreissen, auf einem Schiff mitfahren und jenseits der Wellen eines Tages
den Fuss auf den Strand von Rumsruettelkoge zu setzen...
Aber die Kinder werden aelter, und fuer die Erwachsenen bleibt das
Maerchenland ewig ein Traum, verborgen hinter den Verwunschenen Inseln,
immer am Horizont sichtbar wie der Regenbogen. Aber manchmal findet einer
eines Tages ein Maerchenbuch, und dort trifft er dann vielleicht den Hasen,
das Gluehwuermchen oder den Maulwurf, die ihn nach Koboldingen bringen.
Schliesslich ist ein Teil des Maerchenlandes in jedem Maerchenbuch, und wer
ein solches Buch so liest, dass er gleichsam die Geschichten und Bilder
selbst betritt, dem steht der Weg ins Maerchenland offen.
-Die dumme Geschichte-
Es war einmal eine Sau, die stand in ihrem Stall, und streckte ihre Nase
ins Futter...
"Eine Beleidigung!" schrie das Stroh neben ihr ploetzlich auf, "eine ge-
meine Beleidigung!". "Was ist los?" fragte die Sau erschrocken und trat
ein paar Schritte zurueck, "Was habe ich dir denn getan?". "Du nicht!",
antwortete das Stroh, "... die Menschen! Immer, wenn sie jemanden be-
schimpfen wollen, beleidigen sie uns beide. Sie sagen dann entweder "Stroh-
dumm' oder 'saudumm'!". "Das ist wahr.", sagte die Sau, "aber was koennen
wir dagegen tun?". "Darueber habe ich sehr lange nachgedacht", entgegnete
das Stroh. Dann nahm es tief Luft und praesentierte stolz seine Idee:
"Wir schlagen den Menschen einfach ein neues Wort vor - 'steindumm'!".
Die Sau ueberlegte eine Weile und bemerkte dann: "Das ist auch keine Loe-
sung; damit wird nur jemand anders beleidigt!". "Aber die Steine sind
dumm!!!", kraechzte das Stroh, "sie wuerden es noch nicht einmal merken, wenn
man sie beleidigt!".
"Also ich mache da nicht mit!", meinte die Sau nur und wandte sich wieder
ihrem Fresstrog zu. "Dann schlage ich das Wort eben alleine vor, ent-
gegnete das Stroh gekraenkt, stolzierte in Richtung des Stalltores und
meinte noch: "Also Schweine sind wirklich SAUDUMM!".
Ploetzlich loesste sich ein Stein aus der Stalldecke, fiel auf das Stoh
herab und erschlug es...
Doch die Moral von der Geschicht...
...aeh - weiss ich leider selber nicht! :)
Prinzessin Fantaghiror (hat endlich einen anstaendigen Namen)