Ein dickes Märchenbuch
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Aussehen
Ein in Leder eingebundenes Maerchenbuch. Vorne drauf steht in grossen Lettern: Der Wolf und die sieben jungen Geisslein.
Informationen
| ⓘKann von einem Seher oder Alchemisten bestimmt werden, wenn keines gesetzt ist, wird Unbekannt angegeben. Nur der Alchemist kann bestimmen, welches Metall auch Gold, Silber, Quecksilber, Kupfer, Eisen, Zinn und Blei beinhaltet.Material: | Papier |
| ⓘKann von jedem bestimmt werden, eine genaue Anleitung (auch für Seher) nter Forschen im Inhaltsverzeichnis unter Gewicht. Generell gilt zu beachten, es gibt Gegenstände die stapeln, das Gewicht (damit Volumenverbrauch) bei stapelbaren Gegenständen verhält sich anders, je nach Menge.Gewicht: |
1 (sehr leicht) |
| ⓘKann von jedem bestimmt werden, eine genaue Anleitung unter Forschen im Inhaltsverzeichnis unter Licht.Licht: | 0 (leuchtet nicht) |
| ⓘKann von einem Alchemisten bestimmt werden, allerdings leitet sich die Brennbarkeit oft von dem gesetzten Material ab, z.b. Holz brennt, Textil brennt, Bein brennt nicht.Brennbar: | ja |
| ⓘKann von einem Alchemisten bestimmt werden, allerdings leitet sich die Schwimmbarkeit oft von dem gesetzten Material ab, z.b. Holz schwimmt, Textil schwimmt nicht, Bein schwimmt nicht.Schwimmt: | ja |
Fundort
Im Regal der Freihandbibliothek auf dem Campusgelände der Universität Stuttgart.
Inhalt
Das Märchen vom Wolf und den sieben Geißlein.
Faksimile
Der Wolf und die sieben jungen Geisslein Es war einmal eine alte Geiss, die hatte sieben junge Geisslein. Sie hatte sie so lieb, wie eben eine Mutter ihre Kinder liebhat. Eines Tages wollte sie in den Wald gehen und Futter holen. Da rief sie alle sieben herbei und sprach: "Liebe Kinder, ich muss hinaus in den Wald. Seid inzwischen brav, sperrt die Tuere gut zu und nehmt euch in acht vor dem Wolf! Wenn er hereinkommt, frisst er euch mit Haut und Haaren. Der Boesewicht verstellt sich oft, aber an seiner rauhen Stimme und an seinen schwarzen Fuessen werdet ihr ihn gleich erkennen." Die Geisslein sagten: "Liebe Mutter, wir wollen uns schon in acht nehmen, du kannst ohne Sorge fortgehen." Da meckerte die Alte und machte sich getrost auf den Weg. Es dauerte nicht lange, da klopfte jemand an die Haustuer und rief: "Macht auf, ihr lieben Kinder, eure Mutter ist da und hat jedem von euch etwas mitgebracht!" Aber die Geisslein hoerten an der rauhen Stimme, dass es der Wolf war. "Wir machen nicht auf", riefen sie, "du bist nicht unsere Mutter. Die hat eine feine und liebliche Stimme, deine Stimme aber ist rauh. Du bist der Wolf!" Da ging der Wolf fort zum Kraemer und kaufte sich ein grosses Stueck Kreide. Er ass es auf und machte damit seine Stimme fein. Dann kam er zurueck, klopfte an die Haustuer und rief: "Macht auf, ihr lieben Kinder, eure Mutter ist da und hat jedem von euch etwas mitgebracht!" Aber der Wolf hatte seine schwarze Pfote auf das Fensterbrett gelegt. Das sahen die Kinder und riefen: "Wir machen nicht auf! Unsere Mutter hat keinen schwarzen Fuss wie du. Du bist der Wolf!" Da lief der Wolf zum Baecker und sprach: "Ich habe mir den Fuss angestossen, streich mir Teig darueber!" Als ihm der Baecker die Pfote bestrichen hatte, lief er zum Mueller und sprach: "Streu mir weisses Mehl auf meine Pfote!" Der Mueller dachte, der Wolf wolle jemanden betruegen, und weigerte sich. Aber der Wolf sprach: "Wenn du es nicht tust, fresse ich dich!" Da fuerchtete sich der Mueller und machte ihm die Pfote weiss. Nun ging der Boesewicht zum dritten Mal zu der Haustuer, klopfte an und sprach: "Macht auf, Kinder, euer liebes Muetterchen ist heimgekommen und hat jedem von euch etwas aus dem Wald mitgebracht!" Die Geisslein riefen: "Zeig uns zuerst deine Pfote, damit wir wissen, dass du unser liebes Muetterchen bist." Da legte der Wolf die Pfote auf das Fensterbrett. Als die Geisslein sahen, dass sie weiss war, glaubten sie, es waere alles wahr, was er sagte, und machten die Tuere auf. Wer aber hereinkam, war der Wolf! Die Geisslein erschraken und wollten sich verstecken. Das eine sprang unter den Tisch, das zweite ins Bett, das dritte in den Ofen, das vierte in die Kueche, das fuenfte in den Schrank, das sechste unter die Waschschuessel, das siebente in den Kasten der Wanduhr. Aber der Wolf fand sie und verschluckte eines nach dem andern. Nur das juengste in dem Uhrkasten, das fand er nicht. Als der Wolf satt war, trollte er sich fort, legte sich draussen auf der gruenen Wiese unter einen Baum und fing an zu schlafen. Nicht lange danach kam die alte Geiss aus dem Walde wieder heim. Ach, was musste sie da erblicken! Die Haustuer stand sperrangelweit offen, Tisch, Stuehle und Baenke waren umgeworfen, die Waschschuessel lag in Scherben, Decken und Polster waren aus dem Bett gezogen. Sie suchte ihre Kinder, aber nirgends waren sie zu finden. Sie rief sie nacheinander bei ihren Namen, aber niemand antwortete. Endlich, als sie das juengste rief, antwortete eine feine Stimme: "Liebe Mutter, ich stecke im Uhrkasten!" Da holte die Mutter das junge Geisslein aus seinem Versteck heraus, und es erzaehlte ihr, dass der Wolf gekommen waere und die anderen alle gefressen haette. Ihr koennt euch denken, wie da die alte Geiss ueber ihre armen Kinder geweint hat! Endlich ging sie in ihrem Jammer hinaus, und das juengste Geisslein lief mit. Als sie auf die Wiese kamen, lag der Wolf immer noch unter dem Baum und schnarchte, dass die Aeste zitterten. Die alte Geiss betrachtete ihn von allen Seiten und sah, dass in seinem vollen Bauch sich etwas regte und zappelte. Ach, Gott, dachte sie, sollten meine armen Kinder, die er zum Nachtmahl hinuntergewuergt hat, noch am Leben sein? Da musste das Geisslein nach Hause laufen und Schere, Nadel und Zwirn holen. Dann schnitt die alte Geiss dem Boesewicht den Bauch auf. Kaum hatte sie den ersten Schnitt getan, da streckte auch schon ein Geisslein den Kopf heraus. Und als sie weiterschnitt, sprangen nacheinander alle sechs heraus. Sie waren alle heil und gesund, denn der Wolf hatte sie in seiner Gier ganz hinuntergeschluckt. Das war eine Freude! Da herzten sie ihre liebe Mutter und huepften wie Schneider bei einer Hochzeit. Die Alte aber sagte: jetzt geht und sucht grosse Steine, damit wollen wir dem boesen Tier den Bauch fuellen, solange es noch im Schlafe liegt." Da schleppten die sieben Geisslein in aller Eile Steine herbei und steckten ihm so viele in den Bauch, als sie nur hineinbringen konnten. Dann naehte ihn die Alte in aller Geschwindigkeit wieder zu, so dass der Wolf nichts merkte und sich nicht einmal regte. Als er endlich ausgeschlafen war, machte er sich auf die Beine. Und weil ihm die Steine im Magen grossen Durst verursachten, wollte er zu einem Brunnen gehen und trinken. Als er aber anfing zu laufen, stiessen die Steine in seinem Bauch aneinander und zappelten. Da rief er: "Was rumpelt und pumpelt In meinem Bauch herum? Ich meinte, es waeren sechs Geisselein, Doch sind's lauter Wackerstein." Und als er an den Brunnen kam und sich ueber das Wasser bueckte und trinken wollte, da zogen ihn die schweren Steine hinein, und er musste jaemmerlich ersaufen. Als die sieben Geisslein das sahen, kamen sie eilig herbeigelaufen und riefen laut: "Der Wolf ist tot! Der Wolf ist tot!" Und sie fassten einander an den Haenden und tanzten mit ihrer Mutter vor Freude um den Brunnen herum.